Übungen


Entscheidend für eine erfolgreiche Gefahrenabwehr und ein erfolgreiches Krisenmanagement ist, dass theoretisch erworbenes Wissen im Ereignisfall zuverlässig zur Verfügung steht. Eine Übung unterstützt die Festigung des zuvor erworbenen Wissens bzw. der erlernten Tätigkeiten und erleichtert die Übertragung auf neue Situationen und die spätere Abrufbarkeit.

Voraussetzung für eine sinnvolle und zielgerichtete Übung ist die vorherige Festlegung eines Übungsziels, also der Frage, was mit der Übung erreicht oder überprüft werden soll. Nur mit Hilfe eines Übungszieles ist es möglich, unter Berücksichtigung von Zeit und Ressourcen eine qualitativ hochwertige Übungssequenz zu planen und durchzuführen. 

Daher werden wir in einem ersten Schritt mit Ihnen gemeinsam das Übungsziel definieren. Anschließend beraten wir Sie, welches methodisch-didaktische Instrument sich zur Erreichung des Übungsziels anbietet. Wir verfügen dabei über unterschiedliche Instrumente – von der Fallbesprechung über die moderierte Planbesprechung bis zur Stabs- oder Vollübung, deren Vor- und Nachteile wir ausführlich erläutern.

Nach der Einigung auf die Übungsziele und das Instrument legen wir gemeinsam das Szenario fest. Die Reihenfolge Übungsziel vor Szenario wählen wir, weil nicht jedes Szenario zur Erreichung des festgelegten Übungsziels gleich gut geeignet ist. Wenn das Übungsziel beispielsweise sein soll, dass die Kommunikationsstrukturen zwischen verschiedenen Ebenen und Akteur*innen überprüft werden sollen, eignet sich das Szenario „Blackout“ eher nicht, weil gerade auch die Kommunikationsstrukturen von einem Stromausfall erheblich betroffen sind. Generell empfiehlt es sich, immer zunächst die festgelegten Standards zu beüben, um diese zu festigen. Zu einem späteren Zeitpunkt können dann Abweichungen trainiert werden.

Nach der Einigung auf das Szenario beginnen wir für Sie mit der Vorbereitung der praktischen Sequenz. Hier haben Sie die Wahl, ob Sie eng in die Vorbereitungen eingebunden werden wollen bzw. wie weit Sie diese uns überlassen.

Während der Übung stellen wir Trainer*innen, Coaches und Beobachter*innen. Bei Stabsübungen richten wir eine Übungsleitung ein, die als „Außenwelt“ für den übenden Stab fungiert. Bei operativen Vollübungen kümmern wir uns auf Wunsch auch um die Verletztendarsteller*innen.

Wir begleiten Sie und Ihre Führungskräfte während der Übung konstruktiv. Auf Wunsch – und in Abhängigkeit vom Übungsziel – können auch einzelne Teilnehmer*innen oder die Gruppe als Ganzes beraten und gecoacht werden.

Nach der Übung bereiten wir die Ergebnisse auf und besprechen Möglichkeiten der Optimierung mit Ihnen. Auf Wunsch kann eine Nachbesprechung mit allen Übenden durchgeführt werden.

Fallbesprechung

Die Fallbesprechung ist ein niederschwelliger Einstieg in die praktische Umsetzung. Die Teilnehmer*innen erhalten eine Aufgabe, die sie in der Gruppe besprechen. Die Lösung wird gemeinsam erarbeitet und im Anschluss präsentiert und mit der / dem Trainer*in besprochen. Die Fallbesprechung kann auch in Kleingruppen durchgeführt werden.

Vorteile

  • Flexibel einsetzbar
  • Für alle Ebenen der Gefahrenabwehr und des Krisenmanagements geeignet
  • Kostengünstig

Moderierte Planbesprechung

Bei der moderierten Planbesprechung wird ein Führungsgremium beübt. Sie eignet sich gut zur Festigung der festgelegten Standards.
Die Teilnehmer*innen bearbeiten in Begleitung einer Moderator*in ein Szenario und werden so mit den Aufgaben und festgelegten Prozessen vertraut gemacht. Bei Bedarf werden durch den / die Moderator*in Informationen und Hilfestellungen gegeben.

Vorteile

  • Teamveranstaltung
  • Bedarfsgerechtes Coaching möglich
  • Für alle Führungsebenen geeignet
  • Kostengünstig

Stabsübungen

Stabsübungen sind Veranstaltungen für Führungsgremien auf allen Ebenen. Das Gremium bearbeitet selbstständig ein Szenario und beübt so Aufgaben und Prozesse. Eine Übungsleitung stellt die Aussenwelt dar und reagiert auf die Aktionen des Gremiums. Mittels unserer Software UESIS können soziale Medien abgebildet werden.

Vorteile

  • Stärkt die Teamprozesse
  • Realitätsnah durch professionelle Übungsleitung
  • Abarbeitung einer Schadenlage unter Echtzeitbedingungen
  • Hilfsprozesse (z.B. Versorgung) können mit erprobt werden.
  • Schriftlicher Auswertebericht mit Hinweisen zu Möglichkeiten der Optimierung

Operative Vollübungen

Operative Vollübungen sind aufwändige Veranstaltungen für operative Einsatzkräfte. Mit Kompars*innen, die Verletzte und Betroffene darstellen, werden Schadenlagen simuliert, die von den Führungskräften bewertet und koordiniert und von den Einsatzkräften praktisch bewältigt werden müssen.

Vorteile

  • Wirklichkeitsnah durch realistische Szenarien
  • Motiviert die Einsatzkräfte
  • Umfangreiche Dokumentation und Nachbereitung

Simulationen

Mit Hilfe einer Simulation kann z.B. eine Schadenlage mit mehreren Verletzten beübt werden. Die Patient*innen werden aber nicht von realen Personen dargestellt, sondern digital simuliert. Da der Schwerpunkt solcher Simulationen auf der Führung liegt, werden auch die Einsatzkräfte lediglich digital simuliert.

Vorteile:

  • Realitätsnah mit relativ wenig Aufwand
  • Aufgaben der operativen Führungskräften werden simuliert
  • Mehrere Durchgänge in kurzer Zeit möglich